Der ganz normale Wahnsinn -8-

„Ich bitte hiermit, meinen Sohn Paul vom Unterricht zu befreien, da er einen Termin wahrnehmen muss.“ Ich kam nach der zweiten Stunde in die Grundschule, um Paul abzuholen. es war gerade Pause. Ich ging ins Lehrerzimmer. Paul war schon auf dem Weg zum Auto. „Was ist denn mit Paul? Ist er krank?“, fragte seine Lehrerin. Eigentlich wollte ich nicht darüber reden, aber dann dachte ich, sie kann es ruhig erfahren. Ich erzählte ich, dass wir Paul testen lassen auf Hochbegabung. Innerlich stellte ich mich auf verständnisloses Gucken ein. Aber es kam anders. „Das finde ich wirklich gut! Natürlich! Das passt zu Paul. Tut mir leid, dass ich nicht selbst darauf gekommen bin! Bitte teilen Sie uns das Ergebnis mit!“

Dieses Begabtenzentrum befand sich in der zweiten Etage eines kleinen Einkaufszentrums. Die Psychologin begrüßte und freundlich, wir sprachen über das Wetter, die Fahrt. Sie zeigte uns die Räumlichkeiten. In einem großen Raum waren einige Kinder. Zwei Jungen spielten Schach auf einem großen Spielteppich. Die waren höchstens 6 Jahre alt. Ich fühlte mich so falsch hier.

„Komm Paul! Wir gehen in einen anderen Raum. Dort machen wir ein paar Rätsel und Ratespiele. Mama und Papa gehen einen Kaffee trinken und kommen später wieder her. Wir hinterließen eine Handynummer und Paul ging mit der netten Frau nach nebenan. In unmittelbarer Nähe saßen wir in einem Straßenkaffee. Der Kaffee schmeckte nicht. Ich rauchte eine Zigarette nach der anderen. An Essen war gar nicht zu denken. Mein Mann schwieg. Die Zeit zog sich wie Kaugummi. Wir liefen durch die Geschäfte. Jeder von uns in seine eigenen Gedanken versunken. Endlich klingelte mein Handy. „Paul macht eine Pause. Wenn Sie möchten, können Sie ihn abholen“. In weniger als fünf Minuten standen wir im Begabtenzentrum. Paul spielte in dem großen Raum mit irgendwelchen Bauteilen, die aus Kugeln und Stäbchen bestanden. „Und?“, fragte ich. „Können Sie schon etwas sagen?“ „Paul macht ganz toll mit. Er hat Spaß und es scheint ihm Freude zu bereiten. Zum Ergebnis kann ich noch nichts sagen. Wir machen noch einige Untertests und dann wird erst die Auswertung erstellt“. Wir gingen mit Paul in die Bäckerei. Er aß ein süßes Teilchen und trank eine Limo. „Was musstest du denn machen?“, fragte ich. Paul erzählte ein bisschen. Ich konnte mir nichts darunter vorstellen, aber es sagte, dass es ihm Spaß macht. Wenigstens etwas, dachte ich. Nach einer halben Stunde brachten wir Paul wieder zurück. Jetzt waren wir beide etwas entspannter. Wir setzten uns ins Auto. Andreas musste einige Emails bearbeiten. Die Zeit verging etwas schneller, als das Telefon wieder klingelte.

Der ganz normale Wahnsinn -7-

„Das kann man auch anders verstehen!“ Andreas war nicht überzeugt. Ich erzählte von unserem Erlebnis im Baumarkt. „Paul hat vielleicht eine besondere Begabung für Zahlen, aber deswegen ist er noch nicht hochbegabt!“ Wieder las ich einen Abschnitt vor, der so deutlich unseren Sohn beschrieb. „Im Kindergarten war er auch immer der Rechenkönig“, sagte mein Mann. Ich musste zugeben, ich war auch nicht überzeugt. Aber verwundert, wieviel Ähnlichkeit diese Beschreibungen der Hochbegabten mit meinem Sohn hatten. Wir einigten uns darauf, dass wir diesen Weg verfolgen, parallel zu der Vorstellung beim Neurologen. Nur um es auszuschließen. Um Gewissheit zu haben, dass wir alles bedacht haben. Ich machte einen Termin beim Kinderarzt. Es dauerte noch ein paar Tage bis dahin. Inzwischen stellten wir Paul immer wieder auf die Probe. Meist mit Rechenaufgaben. Das machte ihm einen Riesenspaß. In der Schule rechneten sie im Zahlenraum bis 100. Addition und Subtraktion mit und ohne Zehnerüberschreitung, Größenvergleich, Hundertertafel usw. Wir stellten Paul Aufgaben zum Multiplizieren, ich erklärte ihm das schriftliche Rechnen, Flächen, Volumen usw. Paul saugte das in sich auf, verlangte ständig mehr Aufgaben. Das war sein neustes Lieblingsspiel. Beim Kinderarzt kam ich mir echt blöd vor. „Wieder so eine hysterische Mutter, die glaubt, ihr Kind sei besser als andere!“ Das musste er doch denken! Ich erzählte von meiner Recherche. Ganz vorsichtig und zaghaft schlich ich mich da heran. Es war mir peinlich. Aber der Arzt sagte, es sei kein Problem. Wir sollten Paul testen lassen. Ich bekam die Adresse eines niedergelassenen Psychologen, der auf Kinder spezialisiert ist.

Der Anruf nahm mir die Hoffnung auf baldige Erkenntnis. Sechs Monate Wartezeit. Na toll. Das war ein Dämpfer! Andreas fand das jetzt auch nicht gut, so lange zu warten. Wir beschlossen, einen privaten Anbieter zu suchen. Ich wurde schnell fündig. Las mehrere Bewertungen. Schließlich entschieden wir uns für eine Beratungsstelle mit dem hochtrabenden Namen „Begabtenzentrum“. 150km  und 400,- Euro. Ganz schön viel. Ich rief an und bekam einen Termin in einer Woche. Per Email musste ich einen Fragebogen ausfüllen. Es ging um Entwicklungsschritte. Konnte Paul im Kindergartenalter lesen? Spielt er gerne mit Älteren? Hat er Interessen, die nicht alterstypisch sind? Ich musste diese Fragen verneinen. Zuletzt kam noch die Frage, warum wir unseren Sohn testen lassen. Ich überlegte kurz und schrieb. „Um Hochbegabung auszuschließen“.

Der ganz normale Wahnsinn -6-

Es wurde Frühling. Die Tage wurden länger. Die Sonne wärmte die Haut. Es tat so gut, die Winterjacke abzulegen. Es zog uns nach Draußen. Ich machte mir einen Kaffee und setzte mich auf die Terrasse. Eine Decke um die Beine geschlagen, saß ich da und schaute Paul beim Spielen zu. Er war so ein tolles Kind. Seine Ticks ließen manchmal nach, wenn er konzentriert spielte und in etwas vertieft war. Paul zeigte mir stolz, was er im Sandkasten gebaut hatte. Eine Sandburg mit Turm und Graben und einer Brücke. Er erklärte mir alles und sagte, er wollte noch eine Mauer bauen, aber der Sand reichte nicht. Ich schaute mir den Sandkasten an und stellte fest, dass wirklich wenig Sand drin war. „Komm Paul! Wir gehen frischen Sand kaufen.“ Wir fuhren zum Baumarkt. Es war viel los. Die Menschen kauften Blumen und Geräte für den Garten. Der Frühling macht die Menschen aktiv. Endlich fand ich die Palette mit dem Spielsand. Paul zappelte voller Freude neben dem Einkaufswagen. Als ich den vierten Sack im Wagen hatte, sagte Paul: „Cool Mama! Jetzt hast du 25 Prozent gespart!“ Mein Blick wanderte über die Preisschilder. Ein Sack für 5 Euro. Daneben ein Angebot: Vier Säcke für 15 Euro. Ich suchte das Schild mit den Prozenten. „Wo steht das, Paul?“ „Das steht da nicht“, sagte er. Ich fuhr herum, immer noch ungläubig und fragte „Woher weißt du das?“ „Das ist ganz einfach. Alles zusammen sind hundert Prozent und ein Viertel sind 25 Prozent. Das habe ich mal im Fernsehen gesehen.“ Mir wurde irgendwie ganz komisch. Ein flaues Gefühl im Magen, schon fast an der Grenze zur Übelkeit. In meinem Kopf rasten die Gedanken durcheinander. Plötzlich fiel es mir wie Schuppen vor die Augen. Ich drängelte zur Kasse und zum Auto. Um mich herum schwirrte alles. Auf dem Heimweg stellte ich Paul noch ein paar Aufgaben zum Prozentrechnen, nur um mich zu vergewissern, dass es kein Zufall war. Doch Zufall? Nein! Paul löste alle Aufgaben scheinbar problemlos. Und alle Antworten waren richtig. Den Sand in den Sandkasten gekippt, dabei kam ich ins Schwitzen. Paul erzählte irgendwas, doch ich hörte nicht zu. Er begann zu spielen, voller Freude über den frischen, sauberen und neuen Sand. Ich nahm mir nicht mal Zeit zum Händewaschen, sondern setzte mich sofort an den PC. Wo sind denn alle diese Seiten über Hochbegabung, wenn man sie sucht? Ich vertippte mich mehrmals, doch dann spuckte Google seitenweise Berichte, Foren, Beratungsstellen zum Thema Hochbegabung aus. Ich vertiefte mich in das Thema. Auf einmal erkannte ich Paul in den Beschreibungen und Symptomen. Könnte es sein? Sollte Paul etwa einer von diesen Kindern sein? Das konnte und wollte ich nicht glauben.

Der ganz normale Wahnsinn -5-

Rückblick.

Paul war in der zweiten Klasse, als ich anfing, mir Sorgen zu machen, dass irgendwas mit meinem Kind nicht stimmte. Er nässte nachts ein, obwohl er zwischendurch immer wieder Phasen hatte, wo er trocken war, und ich dachte, jetzt wäre es endgültig geschafft. Im Kindergarten sagten die Erzieherinnen, jedes Kind braucht seine Zeit, Jungs sind da später als Mädchen. Aber in der zweiten Klasse? Wir gingen zum Kinderarzt, der aber auch der Meinung war, man sollte das nicht überbewerten. Also wartete ich. Ich machte mir Vorwürfe, weil ich oft nicht zu Hause war. Beruflich ständig unterwegs, manchmal zwei, drei Wochen. Wenn ich nach Hause kam, dann nur für wenige Tage, dann war ich schon wieder weg. Leidet mein Kind vielleicht darunter? Ist es meine Schuld, dass mein Kind ein Bettnässer ist? Ich saß stundenlang am Computer und durchsuchte Foren, suchte nach Krankheitsbildern, die mit dem Bettnässer-Symptom zusammenhängen könnten. Immer wieder schrieb irgendjemand von unterforderten hochbegabten Kindern, aber das war nicht das, wonach ich suchte. Paul veränderte sich. Sein Verhalten wurde irgendwie merkwürdig. Zuerst war da dieses Augenzucken. Er zwinkerte, drückte seine Augenlieder so fest zu, manchmal mehrmals hintereinander. Wir machten ihn darauf aufmerksam, doch er hatte es nicht unter Kontrolle.  Also wieder zum Kinderarzt. Der meinte, wir sollen es ignorieren. Es vergeht von selbst. Das haben Kinder manchmal. Das beste wäre, dem keine Aufmerksamkeit zu schenken. Irgendwie war ich mit dieser Antwort nicht zufrieden und wieder verbrachte ich Stunden am PC, mit der Suche nach Erklärungen. Ticks sind wirklich nichts Ungewöhnliches. Wieder war ich auf Seiten von hochbegabten Kindern, die psychisch leiden. Mein Gott, dachte ich, das kann doch nicht sein, dass diese Hochbegabten alle Symptome für sich einnehmen! Es gibt auch „normale Kinder“, die sowas haben. Wochen später kam ein Zucken des Kopfes dazu. Paul bog seinen Kopf zur Seite, so als wollte er mit dem Ohr die Schulter berühren. Und er reckte sein Kinn in die Höhe. Dazwischen dieses Zucken mit den Augen. Ich sah meinen Sohn an und mir war zum Heulen. Das sah einfach krank aus. Wie er da zuckte und mit seinem Kopf wackelte und scheinbar nichts davon bemerkte. Paul verhielt sich sonst völlig normal. Er spielte am liebsten mit Lego. Dabei saß er stundenlang auf dem Fußboden und baute tolle Gebilde. Dabei wirkte er sehr konzentriert und zuckte kaum. Etwa zu dieser Zeit beschloss ich, weniger zu arbeiten, keine Aufträge mehr annehmen, die mich für längere Zeit von Zuhause trennten. Ich musste mich um meine Kinder kümmern. Allen voran um Paul.

Es war eine schöne Zeit. Ich genoss es, daheim zu sein. Zeit! Für die Familie, für die Kinder, für mich. Ich war jetzt voll da und bildete mir ein, dass jetzt auch Pauls Probleme aufhören würden. Natürlich nahm ich die Schuld voll auf mich und hatte ein schlechtes Gewissen, solange nicht da gewesen zu sein. Doch es kam anders! Wieder ein Tick! Jetzt war es der Kiefer. Paul schlug die Zähne aufeinander und machte so ein Geräusch dabei. Zuerst selten, dann immer häufiger. Das ganze in Kombination mit den anderen Ticks, die natürlich nicht aufgehört haben. Ich war verzweifelt. Den Weg zum Kinderarzt hätten wir uns sparen können, denn die Antwort war die bereits Bekannte. Langsam war ich davon überzeugt, dass mein Kind eine schwere Krankheit haben müsste. Nächtelang das Internet durchsucht. Außer den üblichen Beiträgen von Hochbegabten, fand ich noch Tourette-Syndrom, Zwangsneurosen, ADHS. Na toll! Das sind ja schöne Aussichten. Ich beschloss, mit Paul einen Neurologen aufzusuchen.

 

Der ganz normale Wahnsinn -4-

Laura hat den Eignungstest bestanden! Alles gut. Die Stimmung ist wieder ausgeglichen. Paul geht nach fast zwei Wochen Fehlzeit wieder in die Schule. Sein Mitschüler, der ihn so sehr mobbt und quält hat einen direktorialen Verweis bekommen. Paul traut sich wieder. Es sind nur noch zwei Wochen bis zu den Sommerferien. Zum Glück. Oder auch nicht. Soll ich nun lachen oder weinen? In zwei Monaten wird mein Sohn ausziehen. Er wird für die nächsten fünf Jahre im Internat leben. Da blutet der Mama das Herz! Auch, wenn ich weiß und hoffe, dass sich für ihn dadurch alles zum Guten wenden wird, fällt es mir schwer! Mein kleines Kind. Mein Junge! Ganz abgenabelt. Er freut sich riesig darauf, endlich in diese Schule und dieses Internat zu kommen. Eine Anforderung im Unterricht, in dem er sich nicht mehr langweilt. Spannende Themen. Spaß am Unterricht. Spaß am Lernen! Und Kinder, die ihn verstehen. Die so denken, wie er. Wo man sich nicht mehr verstellen muss, wo man verstanden und akzeptiert wird. Ich hoffe so sehr, dass diese Vorstellung sich für Paul erfüllt!

 

Der Ganz normale Wahnsinn -3-

Paul hat drei ältere Schwestern. Eine davon ist Laura.  Vor zwei Stunden ist sie nach Köln abgefahren. In Begleitung ihres Freundes. Morgen wird sie in Köln, an der Sporthochschule an einem Aufnahmetest teilnehmen. Zum zweiten Mal. Beim ersten Versuch, vor drei Monaten, ist sie durchgefallen. Seitdem hat sie hart trainiert. Schwimmen, sowohl Technik, als auch Zeitschwimmen, Tauchen, Tennis, Volleyball, Geräteturnen am Reck, Pferd und auch Bodenturnen, Kugelstoßen, Sprint, Langstreckenlauf, Hochsprung. Die Laune war jeden Tag abhängig vom Trainingserfolg und vom Rest der Familie gefälligst zu erdulden! Und egal, was wir getan haben, es war meistens nicht das Richtige! Hab ich gefragt, wie es lief, bekam ich zur Antwort, ich solle nicht ständig fragen. Habe ich nicht gefragt, dann wurde mir Desinteresse vorgeworfen. Mann, Mann! Das kostet Nerven! Aber am Abend, wenn alles ruhig wird, dann schmeckt der Sekt um so besser!

Der ganz normale Wahnsinn -2-

Das war mir den Sekt wert!

Paul ist 13 Jahre alt. Er besucht die achte Klasse des Gymnasiums. Wir dachten, dass der Wechsel in die weiterführende Schule Alles zum Guten wenden würde. Irrtum. Er quält sich seit vier Jahren durch die Schule. Quält sich, nicht weil es zu schwer ist, oder weil er viel lernen muss, nein, er quält sich vor Langeweile! Und genau das macht es für Paul so schwer. Er ist der Außenseiter, der Klugscheißer, der Besserwisser! Paul ist hochbegabt. Eine Feststellung, die uns täglich mit Neuen Herausforderungen konfrontiert. ……Moment, muss mal den Sekt auffüllen………. So, Prost! So ganz nebenbei habe ich manchmal das Gefühl, dass ich zum Alkoholiker werde, um das Alles durchzustehen, was tagtäglich auf mich einprasselt. Aber das nur nebenbei. Weiter. Die wenigsten Menschen in meinem Umfeld können damit etwas anfangen. Hochbegabtes Kind? Das ist ja toll! Du kannst stolz sein! Genieß es! Sei froh, dass er keine Probleme mit dem Leistungsdruck in der Schule hat! Diese und ähnliche Äußerungen höre ich ständig. Die Menschen, die das von sich geben, haben keine Ahnung! Null Ahnung! Lehrer eingeschlossen!

 

Der ganz normale Wahnsinn -1-

Hier sitze ich nun. Die Seite ist erfolgreich erstellt, das hoffe ich zumindest. Aber es waren nur zwei Fehlversuche bisher.

Der Sekt prickelt in dem Glas vor mir. Eiskalt, das Glas lief an beim Einschenken. Den gönn` ich mir jetzt. Gibt es einen Grund zum Feiern? Mal überlegen! Die Tatsache, dass die Kinder jetzt im Bett sind? Nein, das ist nicht Grund genug. Oder, dass Pauls Lehrerin heute angerufen hat? Ich habe lange auf ihren Rückruf gewartet. Nein, auch das ist nicht Grund genug. Ich war heute Morgen beim Arzt und habe um Krankmeldung gebeten. Habe diese auch bekommen. Für fast zwei Wochen! Er sagte noch, ich soll auf mich aufpassen! Ich solle mal etwas für mich tun! Ha! Lachanfall! Mach ich doch immer! Sowieso! Nein, aber jetzt mal die Butter bei die Fische! Ich bin das erste Mal seit 18 Jahren krankgeschrieben! Das ist mir den Sekt wert!

Pauls Lehrerin hat mir heute gesagt, dass jetzt Maßnahmen ergriffen werden. Es tut sich etwas! Endlich. Paul wurde zuletzt so geärgert, dass er jetzt endgültig die Teilnahme am Unterricht verweigert. Und plötzlich, seit er nicht mehr zur Schule geht, weil die Situation für ihn unerträglich geworden ist, ja jetzt endlich wird reagiert! Kinder können grausam sein! Manchen fehlt es völlig an Empathie. Es gibt Kinder, oder eigentlich sind es ja schon Möchte-Gerne-Jugendliche, die haben ein totales Defizit an Sozialkompetenz. Diese Kinder können wahrscheinlich selbst nicht dafür kritisiert werden, denn meiner Meinung nach ist das Bestandteil der Erziehung. Welche Werte werden denn heute noch vermittelt? Was wissen Kinder über Umgangsformen, Rücksichtnahme, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft? Was empfindet ein junger Mensch für eine Genugtuung, wenn er andere, meist Schwächere quält? Wie krank muss das Hirn sein? Was soll aus diesem Kind werden, wenn es erwachsen ist? Welche Konsequenz hat sein Verhalten für seine Zukunft, für die Zukunft seine Mitmenschen und nicht zuletzt für die Zukunft unserer Gesellschaft?